14.10.2026, Oberhausen – Zentrum Altenberg

Praxisforum BETREIBERVERANT­WORTUNG

Prozesse · Organisation · Daten

Nachlese

Das war das Praxisforum 2026

Toll war’s! Wir bedanken uns von Herzen bei allen, die mitgemacht haben, um diesen Tag so rund zu machen! Bei den Mitwirkenden auf der Bühne genauso wie bei allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen!
Wir halten fest:

  • Admin Admin? Keine gute Idee! Bei der Sicherheit beim  Zugang zu Gebäuden, Anlagen und IT-Systemen – von der Wasseraufbereitung über die Tiefgarage bis zum Schwimmbad – gibt’s Nachholbedarf bei den 4 Ps – Passwörter, Patches, Prüfen und einfach mal grüne Punkte kleben. Und bei Fragen immer gern an Kevin Wennemuth – denn Kevin hat Fragen UND ANTWORTEN!
  • DLS = Steuerung = Steuerungsmodell = Betreibermodell – der Weg ist gar nicht weit.
  • Der VDI Facility Services Katalog kommt im Frühjahr 2027 in den Gründruck. Wir sagen Euch allen Bescheid, wenn es soweit ist. Solange hilft schon mal der Vortrag von Denise Lutz, AK-Leiterin im VDI für den Katalog.
  • Gegen einen gemeinsamen Standard-Prozess für den Regelbetrieb gab es 0,0 Widerstand, Einspruch oder Gegenrede. Also: Machen!
  • Ein neuer Prozess ist sowieso und automatisch ein Stück Veränderungsmanagement! Einen Standardprozess für CAFM-Systeme wäre – AUCH VON DER CAFM-Anbieterseite SO GESEHEN – eine absolut feine Sache, wünschenswert! Und vor KI in der Prozessführung braucht es weniger Sorge, als Anpacken! Wir danken für diese unerwarteten Erkenntnisse besonders Jörg Striebeck, Thomas Schade und Dr. Alexandra Merkel.
  • Datenstruktur und Datenerfassung – Haken dran! Hier gilt der besondere Dank nicht nur Jochen Görke und Frank Werker, sondern auch den Teilnehmenden des dazugehörigen Workshops. Wir laden Euch nächstes Jahr wieder ein, damit ihr berichtet, wie ihr das Datenmanagement in die Umsetzung gebracht habt 😉

Und last but not least und mit den Worten einer großartigen Band: Wir müssen nur wollen!

Absatz

Downloads

Die Vorträge stehen für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen hier zum – passwortgeschützten! – Download bereit.

Der Ablauf 2026 – Rückblick

Teil 1 | Zündende Ideen aus der Praxis

10:00 Uhr

Begrüßung & Zielbild Betreiberverantwortung

Wäre es nicht spitze, Betrieb so zu organisieren, dass alles compliant ist und revisionsfest, aber vor allem sicher, wenn es drauf ankommt? Wovon brauchen wir dafür einfach mehr?

  • Technisch: Systeme, Entwicklung, Daten …
  • Organisatorisch: Geld, Kompetenz, Kapazitäten, Betriebsverständnis …
  • „Menschlich“: Mut, Rückgrat, Rückhalt, Führungspower …

Katja Müller-Westing
Geschäftsfeldleiterin
i²fm

10:20 Uhr

Sicherheitsfragen!

Der Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Und er zeigt: Die Gefahr kam nicht nur über den Zaun, sondern auch über das Netz, per Mobilfunk gesteuert.
Wo müssen Betreiber hinschauen? Wo wäre es einfach, sicherer zu sein? Wo lauern Fahrlässigkeiten?
Wie blickt ein IT-Forensiker hinter die Kulissen?
Und PS: KRITIS-Registrierung schon erledigt?

Kevin Wennemuth
Head of Cybersecurity (DACH/ISA)
Gofore GmbH

10:50 Uhr

Praxisbeispiel: DLS als Querschnittsfunktion
  • Die Pflicht, Gefahrlosigkeit nachzuweisen, bleibt immer beim Eigentümer – egal ob Brandschutzklappe, Elektroprüfung oder Aufzug. Klassisch vertikal organisierte Dienstleistungssteuerung zerlegt genau diese eine Verantwortung in Silos — und dazwischen fallen Pflichten durch.
  • Die Antwort: DLS als Querschnittsfunktion, die horizontal über alle Services hinweg konsistente, nachweisbare Betreiberpflichten sichert.
  • Empfehlenswert: Matrix-Modell aus operativer Steuerung und übergeordneter Governance-Ebene.
  • Gemeinsame Datenbasis: Anlagen, Pflichten und Nachweise in einer Struktur statt in Insellisten.

Holger Knuf
Institutsleiter
i²fm

11:10 Uhr

Betreiberverantwortung beginnt mit vollständig abgebildetem Betrieb!

Die VDI Serviceliste ist fertig. Der Nutzen: Klare Servicekonzepte, Eindeutigkeit, Transparenz. Der Weg zu mehr Gestaltungsspielräumen im Betrieb steht damit offen. Denn die betriebswirtschaftliche Realität ist, dass man nun einmal nicht mehr ausgeben kann, als man hat. Nur wer weiß, was er wirklich braucht, und wer ungewollte Kostentreiber in den Services findet, der kann Betrieb gestalten. Die Serviceliste ist dafür das Fundament.

Denise Lutz
Arbeitskreisleiterin Serviceliste
VDI Fachbereich FM

11:30 Uhr

Kaffeepause & Brotzeit

12:00 Uhr

Mehr Effizienz durch Digitalisierung
Vorschlag für einen gemeinsamen Prozess zwischen AG und AN

Ohne saubere Prozesse, keine Digitalisierung. In der Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern gibt es dafür so einige Hürden. 
Historisch gewachsene Vielfalt, fehlende Standards, kein für alle akzeptierbarer Prozess vorhanden … und über Datenhoheitsthemen und Schnittstellen, an denen Datenexport von per Excel läuft, haben wir da noch nicht einmal gesprochen.
Hier kommt ein Vorschlag für einen gemeinsamen Prozess als Basisstandard und die Mindestanforderungen an die Daten und Dokumente aus dem gefma Arbeitskreis Digitalisierung. 

 

Oliver Arnemann
Leiter Digitalisierung und Prozessmanagement
engie Deutschland

12:15 Uhr

Bessere Prozesse – für Mensch oder Maschine?

Prozessentwicklung ist beliebt wie eine Wurzelbehandlung. Und im schlimmsten Fall werden mit viel Aufwand Prozesse entwickelt, die von der Unternehmenskultur zusammen mit der Strategie direkt zum Frühstück gefressen werden. Aber trotzdem: An Prozessen, die die Betreiberverantwortung absichern, führt kein Weg vorbei. Die gute Nachricht: Es gibt sie längst!

Kann man …

… mit besseren Change- und Verankerungsmaßnahmen für mehr Akzeptanz neuer Prozesse sorgen?

Jörg Striebeck
Inhaber
Jörg Striebeck Management und IT-Beratung

… mit einer technologischen Lösung (z.B. dem CAFM) dafür sorgen, dass Prozesse eingehalten werden?

Thomas Schade
Sales Manager
Ambrosia FM Consulting & Services

… mit dem Einsatz von KI (und den darin eingefassten Prozessen als Leitplanken) Menschen mehr oder weniger unstrukturiert arbeiten lassen?

Dr. Alexandra Merkel
CTO
speedikon FM AG

Kurze Vorträge zu Erfahrungen, Umsetzbarkeit und Aufwand der jeweiligen Idee, anschließend gemeinsames Gespräch mit dem Publikum.

 

13:00 Uhr

Der Weg zu sauberen Stammdaten

Am Anfang steht nicht das Sammeln, sondern das Ordnen: ein Datenstrukturmodell, das konsequent vom Betrieb aus gedacht ist. Auf dieser Grundlage werden die Daten geclustert und in der Betriebssicht durchdrungen — vom Portfolio über Liegenschaft, Räume, Anlagen und Bauteile bis zur Ausstattung. Genau dieser Drill Down macht die Lücken sichtbar, die im Chaos vorher untergingen.

Aus den Lücken werden Maßnahmen abgeleitet und in einem Stufenplan priorisiert: Was zuerst, was baut darauf auf? Erst dann werden die Lücken gezielt gefüllt — und erst ganz am Schluss geht es ab ins System. Wer diesen Weg geht, füttert sein CAFM nicht mit dem Chaos von gestern, sondern mit einer Datenbasis, die trägt.

Jochen Görke
Senior Consultant Facility Management
SOCOTEC Building Solutions

13:30 Uhr

Gemeinsamer Mittagsimbiss

Teil 2 | Die Workshops

14:15 Uhr

Start der parallelen Workshops

Alle Workshops arbeiten mit dem gleichen Template:

  • Darstellung der Idee
  • Maßnahmenplan
  • Stufenplan
  • was gehört in die grobe Aufwandsschätzung

Mit reichlich Koffein, Kaltgetränken und Nervennahrung .

1. KI-basierte Prüf- und Wartungspläne 

Bei prüfpflichtigen Anlagen muss jeder jederzeit nachweisen können, dass von der Anlage keine Gefahr für Leib, Leben und Umwelt ausgeht. Zu den Pflicht-Prüfungen kommen in der Kür Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit dazu.
Prüf- und Wartungspläne haben damit in der täglichen Arbeit eine gehörige Bedeutung. Frage: Schon mal einen guten, funktionierenden, plausiblen und eingehaltenen Wartungsplan gesehen?
 
Also von vorne: Was ist ein Wartungsplan? Einfach ein Kalender mit allen Anlagen und den Wartungsterminen? Reicht das aus?
 
Wo liegen die Hürden in der Terminplanung beim Dienstleister? Und noch eine Schippe Anspruch drauf: Was ist mit der Ressourcenplanung des Dienstleisters? Den Wegezeiten? Den Ersatzteilen – welche, wo, wann geliefert? Was mit der Unterweisung? Herstellervorgaben? Und was von dem Wartungsplan muss der Auftraggeber kennen, um seinen Auftraggeberpflichten gerecht zu werden?
 
Bei so vielen Planungsparametern, was läge da näher als KI zu Hilfe zu nehmen. Wie geht das konkret?

Michael Aechtler
Gründer
Gamechangerz

2. Personal, Aufbau, Ablauf – Stufenplan für ein besseres Betreibermodell

Der Vortrag hat gezeigt, warum Dienstleistungssteuerung zur Querschnittsfunktion wird. Bleibt die Frage, die über Erfolg oder Scheitern entscheidet: Wie kommt Ihre Organisation dahin? Ein Betriebsmodell ändert sich nicht per Beschluss — es ändert sich über Rollen, Zuständigkeiten und Abläufe, die neu gedacht und schrittweise umgebaut werden müssen.

In zwei Stunden entwickeln Sie den Stufenplan für Ihr eigenes Betreibermodell — entlang der drei Hebel, an denen Organisationsentwicklung wirklich ansetzt. Personal: Welche Rollen und Kompetenzen braucht eine querschnittliche Steuerung, und wo sitzen sie heute? Aufbau: Wie sieht die Matrix aus operativer, servicespezifischer Steuerung und übergeordneter Betreiber-Governance konkret aus? Ablauf: An welchen Prozessen und Schnittstellen entscheidet sich, ob die Betreiberpflichten quer über alle Services konsistent erfüllt werden?

Sie gehen nicht mit einem Organigramm nach Hause, sondern mit einem priorisierten Stufenplan: Was zuerst, was baut darauf auf, wo liegen die schnellen Erfolge — und mit einer ersten Einschätzung, was der Umbau Sie an Aufwand kostet. 

Peter Brach
Geschäftsfeldleiter
i²fm

3. Umsetzungsplan für saubere Stammdaten

Der Weg ist gezeigt – jetzt geht es um Ihren. Ein Datenstrukturmodell zu verstehen ist das eine; zu wissen, wo Ihre Daten stehen und was in Ihrer Organisation als Erstes zu tun ist, das andere. Genau diese Übersetzung leistet dieser Workshop.

In zwei Stunden erarbeiten Sie den Umsetzungsfahrplan für Ihre eigene Datenqualität. Wir gehen den Weg aus dem Vortrag Schritt für Schritt an Ihrem Fall entlang: Wo steht Ihre Datenstruktur heute? Wo sitzen die größten Lücken – und welche davon tun im Betrieb wirklich weh? Aus dieser ehrlichen Bestandsaufnahme leiten Sie konkrete Maßnahmen ab und ordnen sie in einen Stufenplan: Was zuerst, was baut darauf auf, wo liegen die schnellen Erfolge?

Sie gehen nicht mit guten Vorsätzen nach Hause, sondern mit einem priorisierten Fahrplan, einer ersten Aufwandsschätzung und dem klaren Bild, wo Ihr nächster Schritt liegt. Kein Datenchaos lässt sich an einem Nachmittag beheben – aber der erste tragfähige Schritt schon planen.

Jochen Görke
Senior Consultant Facility Management
SOCOTEC Building Solutions

Frank Werker
Geschäftsfeldleiter
i²fm

4. Selbstgemacht: Agentisches System für die Dienstleistungssteuerung

Dienstleistungssteuerung ist zu einem guten Teil Abgleicharbeit: disponiert wie geplant? Dokumentation vollständig? Abnahme möglich? Diese Schritte wiederholen sich bei jedem Auftrag, sie folgen klaren Regeln – genau die Sorte Aufgabe, für die agentische Systeme gebaut sind. In diesem Workshop bauen wir zwei kleine Agenten.
Der erste ist die Leistungsfreigabe: Der Agent gleicht die Dispositionsunterlagen des Dienstleisters mit dem Plan ab – wurde disponiert wie vorgesehen, oder gibt es Abweichungen? Und wenn ja: klein und unkritisch, oder so erheblich, dass ein Mensch entscheiden muss?
Der zweite übernimmt Dokumentationsprüfung und Abnahme – und hier wird es ehrlich anspruchsvoll: Wie kommt die Dokumentation überhaupt ins System? Und welche überhaupt? Was passiert mit der als Freitext eingetragenen Befunden, die weitere Arbeiten auslösen müssten? Wie entsteht daraus automatisch ein Ticket und eine Beauftragung? An diesen Bruchstellen entscheidet sich, ob so ein System im echten Betrieb trägt.

Sascha Groß
Chief of Technologies
The Real Insight

Nils Böhm
Geschäftsfeldleiter
i²fm

5. Cybersicherheit im Geschäftsbetrieb

Gebäudetechnik und FM-Systeme sind vernetzt — und damit angreifbar. Cybersicherheit ist hier keine reine IT-Aufgabe, sondern Teil der Betreiberpflicht, sobald GLT, Zutrittssysteme oder CAFM am Netz hängen. In diesem Workshop identifizieren wir die relevanten Angriffsflächen im FM-Betrieb, klären die Schnittstelle zwischen FM- und IT-Verantwortung und skizzieren erste Maßnahmen, um den laufenden Betrieb abzusichern.

Kevin Wennemuth
Head of Cybersecurity (DACH/ISA)
Gofore GmbH

16:15 Uhr

„Was ich mitnehme“
Kurzinterviews aus den Workshops fürs Plenum

Anschließend: Gallery Walk für 20 Min.

 

Sie erkunden die Ergebnisse der anderen Workshops.
Gemeinsames Punktekleben! Vertiefen, wo Sie wollen.

Die Ergebnisse der Workshops werden nach der Veranstaltung aufbereitet und allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt.

16:50 Uhr

Fazit, Wrap-up, Abschluss

Teil 3 | Der Ausklang

17:00 Uhr

Und dann geht’s ab auf die Rennpiste …

Im Anschluss an die Tagesveranstaltung toben wir uns gemeinsam beim Kartfahren aus. Siegerehrung und Motorengespräche bei heißen Burgern und kalten Getränken inklusive.

Den Bahnrekord aus der 2025 Veranstaltung hält mit 57,3 Sekunden übrigens Michael Witt! DAs wollen wir auf keinen Fall so stehen lassen – und er sicherlich auch nicht 😉

gegen 21:30 Uhr

Ende der Veranstaltung

Portfolio gesammelter Werke

Wie gut Sie ein Gebäude betreiben können, entscheiden die Daten und  die Datenstruktur. Saubere Strukturen lassen sich einfacher, effizienter und präziser in Servicebedarfe übersetzen.
Die übliche Grundlage dafür, die DIN 276, stammt aus dem Bau und stößt im Betrieb an ihre Grenzen: Ob z.B. einzelne Räume erfasst sind, ist fürs Bauen unerheblich, für den Betrieb entscheidend.
Der Asset-Katalog-Gedanke (VDI) gliedert Objekte nach ihren Nutzungsbereichen und ermöglicht den durchgängigem Drill-down von der Portfoliosicht bis hinunter zu Bauteilen, Anlagen und Ausstattungen.

Zur Einstimmung daher hier der Vortrag von Boris Heidicker (AK-Leiter im VDI) aus dem letzten Jahr zum Download.

Ob Büros, Produktionshallen, Lagerhäuser, Labore, Werkstätten, Logistikflächen, Ingenieurbauten – für den Betrieb sind zwei Dinge essenziell: Die Wirtschaftlichkeit der Betriebsleistungen & die Personalbemessung für die Betriebssteuerung. Die Grundlage für beides sind aus Betriebsperspektive gegliederte Informationen über das Objektportfolio.
Zur Einstimmung ins Praxisforum zeigen wir Ihnen hier unsere Methode zur Portfolio-Analyse. Das gibt es zu sehen:

  • Wie viele Objektverantwortliche an welcher Stelle gebraucht werden
  • Die objektscharfe Kostenverteilung
  • Nutzungsarten & Nutzwert
Neues Video

Saubere Daten im FM

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