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Ein paar Gedanken zum Mobilen Arbeiten und der Altkanzler-Apanage

Es ist Mai 2022 und im aktuellen SPIEGEL wird die Debatte um die verwaisten Büros von Gerhard Schröder geführt. Büros, auf die er ein Anrecht hat als Teil der Apanage eines Altkanzlers, die aber seit geraumer Zeit schon von niemandem genutzt werden. Nun geht es um die Frage, wie man diese Apanage ganz oder in Teilen streichen kann. Und wir stellen auf ein Neues fest, wie schwierig es ist, etwas tatsächlich umzusetzen, obwohl eine Mehrheit einig ist, dass es richtig wäre es zu tun.
Wenn der Bund schon Mobiles Arbeiten vorleben würde, sprich, sich vom personengebundenen Schreibtisch verabschiedet hätte, wäre die Lage anders. Mit einem non-territorialen Büro für Mobiles Arbeiten wäre zumindest der Schmerz über den Leerstand nicht so hoch. Man könnte ganz in Ruhe, die Ansprüche und das Prinzip der Gleichbehandlung für alle Kanzler und Kanzlerinnen diskutieren, während die bereitgestellten Arbeitsmöglichkeiten sowieso von allen MItarbeitenden nutzbar sind.

Mobiles Arbeiten – das heißt: Arbeiten von zuhause, von unterwegs UND an wechselnden Arbeitsmöglichkeiten innerhalb des Büros. Ein Büro, dass das ermöglicht erkennen Sie daran, dass

  • alle Arbeitsmöglichkeiten im Büro allen zur Verfügung stehen,
  • sie sind gegliedert in „Heimathäfen“, „Lagerfeuer“ oder „Homezones“ oder wie immer sie es nennen wollen für die Abteilungen und Teams,
  • Begegnung ohne Störung möglich ist,
  • eine hohe Zufriedenheit der Mitarbeitenden herrscht (kein Traum, sondern Ergebnis in den gut umgesetzten Projekten)
  • und gleichzeitig der Flächenverbrauch viel geringer ist als in den überkommenen Zellenstrukturen – ein Riesenhebel für den Emissionsschutz und natürlich die Kosten.

Teams – sagen die HR-Profis – wissen am besten, was sie brauchen. Das werden Ihnen viele bestätigen. Daraus sollte aber nicht geschlussfolgert werden, dass man die Teams dann am besten einfach fragt – denn dann kriegen Sie es wieder, das vielstimmige Wunschkonzert, das kaum beherrschbar wird. Vielmehr geht es darum, dass die Bereitsteller in den Unternehmen, die CREM-Profis, die Grundlagen dieses Brauchen verstehen, in zählbare Mengen und Arten von Arbeitsmöglichkeiten zerlegen und dann in funktionierende Bürogrundrisse umsetzen. Wenn die Fläche funktioniert, dann funktionieren Auslastung und Nutzung als sich selbstregulierende Systeme. Für CREM-Profis lautet das Gebot der Stunde einmal mehr „Less is more.“ Das ist echte Wirksamkeit für die Nachhaltigkeitsbestrebungen.

Was jetzt gebraucht wird
  • Methodensicherheit: Mengen von Arbeitsarten so erfassen, dass eine verlässliche Planungsgrundlage entsteht
  • Vorgaben, die sich vom Quadratmeter im Nenner verabschieden, denn wir brauchen keine optimierten Quadratmeter, wir brauchen Quadratmeter, die hinterfragt und im Zweifelsfall abgebaut werden (Nimm das, Du schäbige Debatte um „Future Workplaces versus Corporate Portfoliomanagement“!)
  • Nutzwert und Nutzung von Corporate Assets analysieren, bewerten und steuern können
  • Alles zusammen mündet das in ein gescheites KPI-System und Ressourcenmonitoring, das tüchtig Wirkung entfalten könnte, weil auf seiner Grundlage Investitionsentscheidungen getroffen werden könnten, die Nutzung, Nutzwert, Auslastung, Emissionsschutz und Vollkosten im Ganzen betrachten.
Wir am Institut arbeiten daran
  • Einem entsprechenden KPI- und Ressourcenmonitorung
  • Einem Positionspapier an die Bundesregierung, um für Mobiles Arbeiten in der Öffentlichen Hand zu trommeln
  • Einem Projekt, um zu erforschen, wem eigentlich was gehört in unserem Land, denn die ESG-Vorgaben taugen bis dato noch nicht dazu, damit die Emissionen aus dem GESAMTEN Gebäudebereich (und nicht nur dem kleinen Prozentsatz, den die Immobilienwirtschaft besitzt) ausreichend reduziert werden.

Mitstreiter jederzeit willkommen! Fragen? Anregungen? Einfach eine kurze Mail an mueller-westing@i2fm.de.

 

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